
Klimasünder Schweiz? Die Inlandemissionen pro Einwohner sind tiefer als in unseren Nachbarländern.

Das Pariser Abkommen (Art. 4) fordert von den unterzeichnenden Ländern, dass sie ihre nationalen Emissionen durch Massnahmen im eigenen Land reduzieren. So besagt das revidierte CO2-Gesetz der Schweiz, dass mindestens zwei Drittel der Verminderung im Inland erfolgen sollen. Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) lagen die Treibhausgasemissionen in der Schweiz (Inland) im Jahr 2022 bei 4.8 Tonnen CO₂-Äquivalenten (t CO₂eq) pro Person. Damit liegt der Inlandausstoss tiefer als in den Nachbarländern; 18% tiefer als in Frankreich (5.8 t CO₂eq pro Person), 31% tiefer als in Italien (7.0 t CO₂eq pro Person), 41% tiefer als in Österreich (8.1 t CO₂eq pro Person) und 47% tiefer als in Deutschland (9.0 t CO₂eq pro Person).
Seit 2000 sind die Pro-Kopf-Emissionen in allen betrachteten Ländern gesunken. Während Deutschland, Österreich und Italien ihre Werte um rund 21% reduzierten und Frankreich um 25%, verzeichnete die Schweiz mit –32% den stärksten Rückgang.
Ein wichtiger Grund für die Unterschiede zwischen den Ländern ist die Stromproduktion. In Italien (64%) und Deutschland (49%) stammt rund die Hälfte des Stroms aus fossilen Quellen. In Österreich (21%) und Frankreich (13%) ist der Anteil deutlich tiefer, während er in der Schweiz mit rund 6% sehr gering ist.