
Elternzeit? Die Schweiz hat mit 9 effektiv vollbezahlten Wochen die tiefste Mindestelternzeit im Vergleich mit den Nachbarländern.

Gemäss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zählt die Schweiz mit 9 effektiv vollbezahlten Wochen (siehe Hinweise) im Vergleich zu ihren Nachbarländern die kürzeste bezahlte Mindestelternzeit.
Berücksichtigt werden ausschliesslich die staatlichen Mindestleistungen; in der Praxis fallen in der Schweiz oft freiwillige Zusatzleistungen von Arbeitgebern an, welche nicht in der Statistik enthalten sind (siehe Hinweise). Die bezahlte Elternzeit in der Schweiz umfasst Mutterschafts- sowie Vaterschaftsurlaub. In anderen Ländern existiert ebenso der Elternurlaub. Dieser erlaubt es, den Urlaub zwischen den Eltern flexibel aufzuteilen. Von den 9 Wochen bezahlter Urlaub ist in der Schweiz gut 1 Woche für die Väter reserviert. In den Nachbarländern steht der bezahlte Urlaub wie folgt zur Verfügung:
· Frankreich: 27 Wochen, davon 7.5 Wochen für Väter reserviert
· Italien: 38 Wochen, davon 6 Wochen für Väter reserviert
· Deutschland: 43 Wochen, davon 5 Wochen für Väter reserviert
· Österreich: 55 Wochen, davon 8 Wochen für Väter reserviert
Im Durchschnitt entfallen über die betrachteten Länder (CH, FR, IT, DE, AT) hinweg rund 17 % der gesamten bezahlten Elternzeit auf explizit für Väter reservierte Anteile. In Ländern mit stärker gleichmässig aufteilbarem Elternurlaub (z. B. Island, Norwegen, Schweden) liegt der von Vätern tatsächlich in Anspruch genommene Anteil bei rund 20–30 % der gesamten Elternzeit.
Die OECD vergleicht die Zeitdauer der Wochen in Vollzeitäquivalenten, um die Dauer und den Lohnersatz zu kombinieren. Die total zur Verfügung stehenden Wochen werden somit mit dem effektiven prozentualen Lohnersatz multipliziert, um die Wochen in Vollzeitäquivalenten zu erhalten (siehe Hinweise).