
Steigende Wohnkosten? Der Anteil der Wohnkosten am Bruttoeinkommen sank seit 2006 um 2 Prozentpunkte.

Gemäss der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des Bundesamts für Statistik (BFS) gaben Schweizer Haushalte im Jahr 2023 durchschnittlich 14,0 % ihres Bruttoeinkommens für Wohnen und Energie aus. Im Jahr 2006 lag dieser Anteil noch bei rund 16,0 %. Der Wohnkostenanteil ist damit über den betrachteten Zeitraum um etwa 2 Prozentpunkte gesunken. Die erfassten Wohnkosten umfassen Ausgaben von Mietern und Eigentümern, darunter Mieten, Hypothekarzinsen, Nebenkosten (z. B. Wasser oder Kehricht), Energie für Strom und Heizen sowie Ausgaben für Unterhalt und Reparaturen. Berücksichtigt werden sowohl Haupt- als auch Nebenwohnsitze.
In absoluten Zahlen stiegen die monatlichen Ausgaben für Wohnen und Energie pro Haushalt von rund 1’370 Franken im Jahr 2006 auf rund 1’449 Franken im Jahr 2023. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen wuchs im selben Zeitraum von rund 8’551 auf 10’341 Franken pro Monat (revidiertes Gewichtungsmodell ab 2015, siehe Hinweise). Das Einkommen ist somit schneller gestiegen als die Wohnkosten, was den sinkenden prozentualen Anteil erklärt. Als Mittreiber wirkt auch der hypothekarische Referenzzinssatz, der über seine langfristige Abnahme die Mietentwicklung und damit den Wohnkostenanteil beeinflusst hat.
Zu beachten ist, dass es sich um Durchschnittswerte über alle Haushalte handelt – einschliesslich langjähriger Eigentümer sowie Mieter mit älteren Verträgen. Neuere Angebotsmieten können deutlich höher ausfallen. Gleichzeitig sind andere Fixkosten, insbesondere die Krankenkassenprämien, im selben Zeitraum stark gestiegen. Dies kann den finanziellen Spielraum vieler Haushalte trotz sinkendem Wohnkostenanteil einschränken.